top of page

Goodbye Chamazi

  • Autorenbild: Jacky
    Jacky
  • 23. Apr. 2025
  • 4 Min. Lesezeit

It’s been a long day without you, my friend…


"See you again" – das war der Song, der lief, als ich mich mit vielen Krokodilstränen von den 70 zuckersüßen Kids verabschieden musste.

Aber fangen wir von vorne an.


Abschied auf Sansibar

Die letzte Woche meines Volunteerships startete auf Sansibar – da Feiertage in Tansania waren, hatten wir ein verlängertes Wochenende auf der Insel.

Ein schönes Airbnb, Bootstrip, Sonnenuntergänge, leckeres Essen und Cocktails am Strand – es war wie eine Belohnung für die letzten Wochen, aber auch ein bisschen wie der langsame, bittersüße Abschied von unserer Zeit zusammen.



Abschiedsessen: Chicken Alfredo & Cheesecake

Zurück in Chamazi beschlossen zwei andere Freiwillige (Estela & Lorenzo) und ich, die am gleichen Wochenende abreisten, dass wir am Donnerstagabend für alle kochen wollten – die Freiwilligen, das Hauspersonal, die Lehrerinnen. Einfach alle, die unsere Zeit hier so besonders gemacht haben.


Wir hatten eine Mission: Pasta Chicken Alfredo für 20 Personen kochen – und als Dessert Cheesecake.


Für die Zutaten mussten wir in mehrere Supermärkte in Dar es Salaam – per Boda Boda (Motorrad) und Bajaji (TukTuk).

Wir waren zu viert: Lorenzo, Estela, ich – und Mfaume. Offiziell Volunteer Guide, inoffiziell unser Ankerpunkt. Immer da, wenn’s irgendwo hakte. Unsere Brücke zum NGO-Leiter, unser Übersetzer, Problemlöser – und einfach ein echter Freund.

Nach dem Einkaufen saßen wir gemeinsam im Restaurant – zum letzten Mal in dieser Konstellation.

Sein Englisch ist nicht perfekt – aber es reichte, um zu sagen: „You are not friends. You are family.“

Wir saßen da, schweigend, mit Tränen in den Augen – und ich wusste: Diese Verbindung ist echt.




Abschiedsessen

Am Donnerstagabend kochten wir. Es war heiß, eng, chaotisch – zu dritt in einer kleinen Küche mit fast keiner Arbeitsfläche war das vorprogrammiert.

Aber am Ende bekam jeder einen Teller Pasta und ein Stück Cheesecake (okay, der Cheesecake war noch leicht warm – aber sehr lecker!).


Danach wurde die Musik angemacht, und dieser kleine Raum verwandelte sich zur Tanzfläche – Livingroom-Party!

Und dann ging’s los: Die Booties wurden geshaked, und fast jede Lehrerin hat um uns herum heftig getwerkt. Ihr könnt euch nicht vorstellen, was da abging – es war sooo funny.


Später ging’s noch in eine Bar, ein paar Drinks, ein bisschen Tanzen – aber alles deutlich entspannter als zu Hause.

Und um 4 Uhr waren wir wieder zurück. Müde, aber glücklich.


Abschied in der Schule

Und dann stand der Freitag an…

Nach vier Stunden Schlaf klingelte der Wecker.

Estela, Lorenzo und ich liefen morgens los, um für alle Kinder der Samaritan Volunteers Schule Kekse und Trinkpäckchen zu besorgen – ein kleiner Gruß zum Abschied.


Nach dem Spielen ging die Abschiedszeremonie los. Wir saßen vorne, alle Kinder blickten uns an.

Jeder von uns durfte ein paar Worte an die Kinder und Lehrer richten. Als Dankeschön sangen die Kinder laut für uns :

„Well done, well done! You are, you are a superstar – bravo.“

Dann stellten sich die Kinder in einer Reihe auf, die Musik ging an: Wiz Khalifa – See You Again.

Einzeln kam jede kleine Person auf uns zu, umarmte uns, gab ein High-Five.

Als ich meinen kleinen Liebling, Faudhan, auf dem Arm hatte, brachen dann auch alle Dämme bei mir.



Faudhan – ein Junge aus der Nachbarschaft, der durch Sponsorship zur Schule kommen konnte.

Ich hatte bereits in einem der ersten Blogs von meinen Hausbesuchen geschrieben – von der Familie mit dem todkranken Vater, der auf dem Bett lag.

Faudhan ist ein Kind dieser Familie.


Anfangs war er sehr wild, manchmal aggressiv gegenüber anderen Kindern – dann wieder schüchtern.

Doch nach ein paar Wochen blühte er auf. Die Schule hat ihn sozialisiert, ihm Struktur gegeben – und er hat die Nähe, Liebe und Zuneigung der Volunteers gesucht.

Ich hab ihn wirklich in mein Herz geschlossen – am liebsten hätte ich ihn mitgenommen.


Abschied von den Volunteers

Die Verabschiedung mit den anderen Freiwilligen fiel mir etwas leichter – allein, weil ich wusste, dass ich die meisten in der nächsten Woche noch einmal zur „wirklich letzten“ Verabschiedung sehen werde.


Aber Estela…Sie war vom ersten Tag bis zu meinem letzten Wochenende da.

Die Verabschiedung war sehr, sehr emotional – aber ich weiß: Wir werden uns wiedersehen.



Und dann war's vorbei.

Die Koffer waren gepackt. Das Apartment leer.

Ich war traurig – aber auch unendlich dankbar. Ein Auge weinte und das andere lachte.


Denn: Am gleichen Wochenende durfte ich meinen Freund vom Flughafen abholen.

Nach sieben Wochen war das Wiedersehen einfach überwältigend. Die Beine haben gezittert, die Tränen liefen – aber es war pure Liebe.


Am Montag zeigte ich ihm Chamazi. Ich wollte, dass er versteht, wo und wie ich gelebt habe.

Wir besuchten die Schule, mein Apartment, die Nachbarschaft. Er lernte ein paar der anderen Freiwilligen kennen – und viele der Kinder, die die letzten Wochen jeden Tag Teil meines Lebens waren.


Ich übergab den Kindern aus der Nachbarschaft noch ein paar Geschenke zum Abschied.

Ich saß mit den Mädels auf der Straße und schaute zu, wie er währenddessen mit den Jungs Fußball spielte.

Später sagte er: „Das war einer der schönsten Momente meines Lebens.“

Ich hätte es nicht besser sagen können.


Was bleibt

All das, was ich in Chamazi erlebt habe, werde ich nie vergessen.

Die Erfahrung war eine 100%ige Bereicherung für mein Leben – und ich bin dankbar für jeden Moment.


Asante Sana.



In Liebe,

Jacky

 
 
 

Kommentare


  • Instagram
  • LinkedIn

follow me on my social media

Jacky Mathea

bottom of page